Einheitsdenkmal
18/04/2011 2 Kommentare
Dieser Eintrag kann Spuren von Ironie enthalten.
Berlin – Der Entwurf für das Einheitsdenkmal steht. Seltsamerweise findet dieses wunderschöne Architekturkunstwerk nicht bei allen Anklang. Ja gut, ich persönlich fand auch zwei andere Entwürfe schöner.
Kanzler Kohl in einer Pose in der normalerweise Moses, das Rote Meer teilend dargestellt wird, nur, dass Kohl natürlich die Massen eint. Darunter in güldenen Lettern “„Und ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden.”.
Der andere Entwurf – eine überlebensgroße Statue von David Hasselhoff in Lampenjacke (statt Lampen sind natürlich Scheinwerfer eingebaut) von Innen begehbar, wie die Freiheitsstatue. Im Sockel befinden sich Andenkenläden in denen Plastikfigürchen mit LEDs angeboten werden, Figürchen, die “I’ve been looking for freedom” singen, wenn man “Die Mauer muss weg” ruft oder in die Hände klatscht.
ber gut, es soll die Schale sein und vom Symbolwert her ist sie natürlich kaum zu übertreffen. Das Werk stellt eine Obstschale dar – nicht nur wegen der Bananen, über die sich die Ossis als erstes hermachten, als die Mauer fiel, sondern auch, weil Kohl ja oft liebevoll “Birne” genannt wurde. Und das Ding schaukelt, weil wir einheitlich in Ost und West verschaukelt werden. Außerdem werden die Skater und Parcoursfreunde richtig Spaß an dem Ding haben, wenn’s erst einmal verrostet und mit jeder Menge Tags und doofer Sprüche zugesprayt ist.
Leider höre ich immer wieder Gemecker, dass das Artefakt am Schlossplatz zu stehen kommt. Liebe Leute, da war gerade Platz und es ist nicht so weit draußen wie Spandau oder Erkner. Okay, man hätte auch was abreißen können – den Fernsehturm z.B., aber dann hätte das Ganze mehr gekostet als der Schnäppchenpreis von 10 Mio. Euro.
Jetzt berichtet der SPON, dass Architekten Probleme haben Zitate von Bürgerrechtlern zur Wiedervereinigung zu finden. Also, diese Werbeagentur mit Sitz in Stuttgart hat halt nicht so den Draht zur Szene. Die Ostberliner tun sich ja etwas schwer mit Schwaben. Aber ich frage mich sowieso, warum sie da Zitate von diesen Kommunisten Aktivisten draufpacken wollen, wo die doch eher an einen reformierten, eigenständigen Staat gedacht haben.
Warum nimmt man nicht lieber die Sprüche, die auf den Plakaten der Demonstranten standen: “Visafrei bis Hawaii”, “Deutschland, einig Vaterland” und “Helmut nimm’ uns bei der Hand, führ’ uns ins Wirtschaftswunderland”?
Also, das Dingen kommt jetzt da hin, das ist alternativlos und das Stadtschloss kommt auch irgendwann. Man denkt an Verträge mit Eignern von Vergnügungsparks und mit mehreren Fast Food Ketten. So ist dann auch für Amüsement und Verpflegung gesorgt. Dieses Humboldtdingens wird soviel Platz ja wohl nicht brauchen. Das kann in den Keller. Neben den Toiletten und der Gaderobe ist noch Platz.
Das war mein Bericht zur aktuellen Lage in Berlin.
Ich geh’ jetzt kotzen.
