Apropos Lovecraft

Heute teilt mir eine Freundin mit, dass das seltsame Dingens, das Prinzessin Beatrice zur Royal Wedding auf den Kopf getackert hat, als “Cthulhu Hat” durch’s Internet geistert. Ich bin begeistert.

Digital Life Artikel “Facebook: Cthulhu hat a bold choice for royal wedding”
http://digitallife.today.com/_news/2011/04/29/6556070-facebook-cthulhu-hat-a-bold-choice-for-royal-wedding-

Und über die Memes habe ich auch schon gekichert:

Anorak News “Princess Beatrice’s Hat Is Now A Meme”
http://www.anorak.co.uk/279928/royals/princess-beatrices-hat-in-now-a-meme-photos.html

Tekeli-li! (Lovecraft hatte Recht!)

Ich war bisher immer der Ansicht, H.P. Lovecrafts Geschichten seien reine Fiktion, doch nun habe ich etwas Grauenvolles im Internet entdecken!

Schogoten? Obwohl es falsch geschrieben ist, wurde mir sofort klar, dass Schoggothen (es gibt da unterschiedliche Schreibweisen) gemeint sind. Mein anfängliches Grausen wandelte sich in blankes Entsetzen, als ich noch einmal eine Schlüsselpassage aus “Die Berge des Wahnsinns” nachlas

“Fraglos meinte Abdul Alhazred jene Gallertklumpen, von denen er in seinem schrecklichen Necronomicon als den “Schoggothen” raunte, obwohl selbst dieser wahnsinnige Araber keinen Hinweis darauf gab, dass sie einst auch auf der Erde existierten, außer in den Träumen derer, die ein bestimmtes alkaloidhaltiges Kraut zerkaut hatten. Als die sternenköpfigen Großen Alten auf unserem Planeten ihre simplen, essbaren Schoggothen hergestellt und einen reichen Vorrat von ihnen angelegt hatten, ließen sie zu, dass sich andere Zellgruppen zu tierischen und pflanzlichen Lebensformen für die unterschiedlichsten Verwendungsarten entwickelten, beseitigten aber alle, die ihnen nicht behagten” – H.P. Lovecraft “Berge des Wahnsinns” *)

Als ich das Schoggothen-Angebot im Internet entdeckte, hatte ich kein bestimmtes alkaloidhaltiges Kraut zerkaut und war hellwach. Alles fügte sich zusammen. Die einzelnen Teile waren immer da gewesen, ich hatte sie nur nicht gesehen. Nicht nur, dass Schoggothen als Nahrungsmittel dienten, nein, man hat sie auch mit einem eindeutigen Hinweis versehen.

Wie kann man je wieder das hier ansehen

und nicht an die “sternenköpfigen Großen Alten” denken?

IÄ! IÄ! Yog Sothoth Neblod Zin! Ich nehme dann Schoggothen in den Geschmacksrichtungen “Urzeitliches, weißes Gelee” und “Protoplasma-Nuss”.

*) H.P. Lovecraft, “Berge des Wahnsinns”: “At the Mountains of Madness”© 1936 / Street and Smith Publishing Company for Astounding Stories Magazine.

Aus dem Amerikanischen von A. F. Fischer © Ausgabe 2007 / Festa Verlag, Leipzig

Geistergeschichten von M.R. James

Da ich mich für Gruseliges (wohlgemerkt Grusel, nicht Splatter) begeistere, egal ob als Buch, Film oder Musik (und manchmal ist die Realität auch schaurig genug), liegt es nahe, dazu auch das ein oder andere zu schreiben.

Einer meiner Lieblingsautoren ist  M.R. James. Er schrieb klassische Geistergeschichten, die sich mit wohligem Schauer lesen lassen. Bei Projecct Gutenberg kann man einige seiner Bücher in englischer Sprache finden. Lesetip im Buch “Ghost Stories of an Antiquay” ist die Geschichte “Oh, Whistle, and I’ll Come to You, My Lad”.

http://www.gutenberg.org/browse/authors/j#a2768

 

Strahlende Zeiten II – Reaktorengesänge

Eigentlich wollte ich nur eine vergleichende Aufstellung von Unfällen in kerntechnischen Anlagen schreiben. Dann ist doch etwas anderes daraus geworden.

Can you hear the sound of nuclear fission?

Reaktorengesänge

(Text im pdf-Format)

Strahlende Zeiten I – Absurditäten

Am 26.4. jährt sich der Reaktorunfall in Tschernobyl. Die letzten Tage habe ich ein wenig zum Thema gelesen und  selbst im Zusammenhang mit dieser Katastrophe habe ich 2 völlig absurde Medienereignisse (wieder)gefunden.

Erste Meldungen gab es am 28.4.1986, als die Schweden schon anfingen ihre KKWs auf mögliche Strahlungslecks zu überprüfen. Die TASS berichtete vage von einem Unfall. Am 29.4. wurde dann offenbart, dass es zum Super-GAU gekommen war.

Und was durften wir im Fernsehen von Innenminister Friedrich “Old Schwurhand” Zimmermann erfahren?  “Eine Gefährdung besteht nur in einem Umkreis von dreißig bis vierzig Kilometer um den Reaktor herum. Dort ist sie hoch.

Wohlgemerkt, das war am 29.4.. Die Informationen aus der UDSSR waren spärlich. Es war nur klar, dass eine Kernschmelze stattgefunden hatte, dass Radioaktivität freigesetzt worden war und dass Menschen in der unmittelbaren Nähe des Reaktors evakuiert wurden. Recht magere Fakten für so eine vollmundige Verlautbarung und ein starkes Stück.

Der zweite Knüller kam etwa 1 Jahr später, da hatte nämlich Alfred Dick, Umweltminister von Bayern seinen großen Auftritt. Es ging um die sogenannte “Strahlenmolke”, Trockenmolke aus kontaminierte Milch, von der man nicht wußte, wie man sie loswerden soll. Herr Dick ging mit leuchtendem Beispiel voran und verspeiste vor laufender Kamera einen Löffel von dem Zeug. Damit wollte er beweisen, dass das nichts schadet.

Äh …. was?

Wenn irgendjemand versteht, was der Herr Dick uns damit sagen wollte, der möge kommentieren. Ich verstehe es nämlich bis heute nicht.
Dass man von einem Löffel des kontaminierten Molkepulvers nicht sofort Blasen schlägt und die Haare verliert, sollte jedem klar sein, der sich zumindest einmal ansatzweise mit radioaktiver Strahlung befasst hat.

Aber es ging darum, ob man dieses Zeug als Tierfutter verwenden, sprich, es in den Nahrungskreislauf einbringen kann. Kein Problem, völlig ungefährlich, weil Herr Dick war ja nicht tot umgefallen nach dem Löffel Krebs auf Raten.

Alles war gut und völlig ungefährlich.

Außer man war weniger als 30-40 km von Reaktorblock 4 entfernt, natürlich.

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